16.08.2018
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Brücken bauen um Ängste abzubauen

Eintrag vom 18.04.2018


Brücken bauen um Ängste abzubauen

Während der „Woche der Brüderlichkeit" hatte der Fachbereich Religion der Staatlichen Berufsschule III Bamberg, Schüler zu einem Projekttag „Schabbat - Sonntag - Ruhetag" eingeladen. Man müsse Brücken zueinander bauen, um Ängste voreinander abzubauen, begründete Religionslehrer Thomas Leimbach die Einladung zu einem Gespräch mit dem Referenten Arie Rosen vom Verein zur Förderung des Interreligiösen Dialogs an Bildungseinrichtungen. Heute seien gegenseitige Informationen und das Gespräch miteinander von ganz besonderer Bedeutung.

Veranstalter der bundesweiten „Woche der Brüderlichkeit" hatten sich angesichts von Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus besorgt gezeigt und so dazu aufgerufen, alles zu tun, um ein gutes Zusammenleben zu gewährleisten. Der Vorsitzende der israelitischen Kultusgemeinde in Bamberg, Martin Arieh Rudolph, plädierte in seinem Grußwort für „ein unbefangenes Miteinander".

Arie Rosen, in Frankfurt/Main geboren und mit seiner Mutter Lea Fleischmann im Alter von 15 Jahren nach Israel ausgewandert, schilderte seine „neue Heimat" Jerusalem als moderne Stadt. In einem Teil der Metropole werde jedoch die Schabbat-Tradition in besonderem Maße augenfällig. Ruhetag bedeutet hier kein Autoverkehr, keine geöffneten Geschäfte, eine strenge Einhaltung der Vorschriften, die das jüdische religiöse Gesetzeswerk Tora vorschreibt.

Rosen hatte Gegenstände mit gebracht, die mit dem jüdischen Glauben in Verbindung stehen: die Nachbildung einer Torarolle, Mesusa und Tefillin, einen Becher, der beim Essen am Schabbat eine besondere Rolle spielt. Rosen erklärte den Ablauf einer Schabbat-Feier, verwies auf besondere Speisen, die schon am Tag zuvor zubereitet werden müssen, da der Schabbat frei von Arbeit sein soll.

Der Referent erläuterte die Bedeutung des Ruhetags und zitierte aus einem Buch seiner Mutter, der Autorin Lea Fleischmann. In der heutigen Zeit eines hemmungslosen Fortschritts sei am Schabbat eine Gelegenheit, sich der Schöpfung und deren Schutzwürdigkeit bewusst zu werden. Die göttliche Schöpfung solle nicht angetastet, die Zerstörung der Natur müsse verlangsamt werden.

Den Festtagen beider Religionen - im Judentum der Samstag, im Christentum der Sonntag - ist etliches gemeinsam, das Verständnis als Ruhetag, der Besuch von Synagoge oder Kirche, ein festliches Essen zusammen mit der Familie, geschlossene Geschäfte und - was vielen der Schüler heute nicht mehr so selbstverständlich erscheint - das Tragen einer festlichen Sonntagskleidung.

Rosen forderte, sich den Ruhetag nicht nehmen zu lassen. Religion bedeute immer auch eine Unterbrechung vom Alltag, ergänzte Thomas Leimbach. Im Anschluss an das Referat hatten die Schüler ausreichend Zeit mit dem Referenten zu diskutieren.

Eingangs hatte Schulleiter Pankraz Männlein Gäste, Schüler und Lehrer begrüßt. Gegenüber dem Vorsitzenden der israelitischen Kultusgemeinde bekundete er das Interessen der Schule an einem Austausch.

Das Schulprojekt „Schabbat - Sonntag - Ruhetag" informiert über das Judentum. Es regt die Schüler an, über ihren eigenen Ruhe- und Familientag nachzudenken. Arie Rosen ist Mitarbeiter in der Organisation Kulturelle Begegnungen. Er war an der Entwicklung des Schulprojekts „Schabbat - Sonntag - Ruhetag" maßgeblich beteiligt und hält Vorträge in ganz Deutschland. Auch in Bamberg besuchte er mehrere Schulen.                                                                                                                                                                       Christiane Dillig

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